Hinter dem Regenbogen: Jugendzeit = Leidenszeit?

in 04.2017/Kolumnen von

Ich wurde einmal gefragt, wofür ich mich in der Politik einsetzen möchte. Dass das Mobbing an den Schulen aufhört, antwortete ich, oder man zumindest Wege finde, den Opfern zu helfen, bevor sie aus Verzweiflung von der Brücke springen. Darauf wurde mir mitgeteilt, dass sei nicht Aufgabe der Politik. Damals habe ich diese Bemerkung einfach so hingenommen. Inzwischen frage ich mich: Stimmt das denn?

Bald stehen wieder die Grossratswahlen vor der Tür und alle Parteien werden wieder kräftig damit weibeln, wie sehr ihnen die Bildung am Herzen liegt. Aber gehören zur Bildung nur aufwendige Sportanlagen und teure Informatikeinrichtungen? Wäre es nicht viel wichtiger, den Schülern einen Ort zu bieten, an dem sie in Ruhe und Frieden lernen können, ohne Psychoterror ausgesetzt zu sein?

Auch in Langenthal gibt es nicht nur erfolgreiche Kadetten oder Maturanden, die mit strahlendem Gesicht ihr Abschlusszeugnis entgegennehmen. Auch hier gibt es Täter, die anhand der Klassenliste entscheiden, wer im nächsten Jahr gequält werden soll und Opfer, die unter diesen ständigen seelischen Angriffen leiden. Auch hier gibt es Handlungsbedarf, denn es kann nicht sein, dass man die Schule mit einem lebenslangen Trauma statt mit Zukunftshoffnungen verlässt.

Es wäre wichtiger, über dieses Thema zu sprechen statt nur über Freiräume, günstigen Ausgang oder eine frühere Führerscheinprüfung. Schutz vor Mobbing gehört nicht zu den Aufgaben der Politik? Nun, dann würde ich sagen: Höchste Zeit, dass es zu einer wird.