Gerry Käser: Mein erstes Jahr im Stadtrat von Langenthal

in 04.2017/SP Langenthal von

Mein erstes Jahr im Stadtrat Langenthal geht dem Ende entgegen. Nach wie vor bin ich parteilos. Das war ich vor den Wahlen, dann auf eurer Liste und also auch jetzt noch. Im Moment befinden sich vier Parteilose im Stadtrat. Ein Zeichen? Wofür? Parteisoldatinnen und -soldaten sind in den Exekutiven oftmals nicht erwünscht, das haben diverse Wahlen schon bewiesen. Gilt das nun jetzt langsam auch für die Legislativen? Unabhängigkeit ist in der heutigen politischen Landschaft offenbar ein kostbares Gut. Und wenn man dann noch durch vorwiegend nicht politische Aktivitäten einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, ist man für viele Menschen glaubwürdig und wählbar.

Der SP Langenthal fühle ich mich aber stark verbunden. Sie hat mir die Chance gegeben, in der Politik Fuss zu fassen. Und sie steht mir politisch, wenn auch nicht immer in allen Bereichen, deutlich am nächsten. Dies hat dazu geführt, dass ich als Parteiloser mehr SP-Veranstaltungen besucht habe, als manches Mitglied… Besten Dank für das Vertrauen, besten Dank für die gute Zusammenarbeit!

Und wie ist das nun so, im Stadt-parlament zu sitzen? Ehrlich gesagt hatte ich grosse Mühe, so richtig warm zu werden. Dies hat aber auch mit den Inhalten der ersten Sitzungen zu tun. Dort ging es hauptsächlich um die Konstitutionierung des Stadtrates und um Reglemente. Man muss vermutlich Jurist sein, um den Aussagen bestimmter Protagonisten Folge leisten zu können…

In letzter Zeit wurden aber für mich interessante und wesentliche Themen aufgegriffen: Mediterrane Nächte, Gesamtsanierung Kugelfang Hinterberg und Schulsozialarbeit, um nur die wichtigsten zu nennen. Vor allem die Motion über die Schulsozialarbeit von Daniel Steiner (EVP) empfinde ich als Lehrer für wesentlich. Hoffentlich wird es uns gelingen, zumindest einmal das Pilotprojekt im Parlament durchzubringen. Die Schulsozialarbeit ist nämlich nicht das Sahnehäubchen auf einem Überfluss an schon vorhandenen sozialen Institutionen in Zusammenhang mit der Volksschule, sondern genau das, was wir in der Schule brauchen. Direkt an der Front, integriert in die Schule, integriert in die ganze Gemeinde. Es wäre schade, wenn die Schulsozialarbeit aus Kostengründen zurückgewiesen würde. Gerne wäre ich im Gegenzug bereit, über andere Einsparungen im Bereich der Volksschule zu diskutieren.

Ich freue mich auf die kommenden Themen und Herausforderungen.

Für ein offenes, transparentes und lebenswertes Langenthal!