Stapi-Zeit: Und dann?

in 04.2017/Kolumnen/SP Langenthal von

Die Gedanken zurück an diese Zeit, und an diese Wahlen beschleichen mich immer noch ein wenig mit Hühnerhaut. Unglaublich, welche Kraft wir miteinander, über mehrere Parteien von der GLP über die EVP, zur SP und JUSO bis hin zu den Grünen während des Wahlkampfs bündeln und freisetzen konnten. Menschen stellten sich ganz selbstverständlich hinter mich, stärkten mir den Rücken, gingen mehrere Hundert Kilometer, standen stundenweise in der Marktgasse und zahlten Spenden ein.

Meine Familie unterstützte und unterstützt mich auch heute vorbehaltlos. Das alles ist weder selbstverständlich, noch genügten hierfür eigentlich die Worte des Dankes, welche ich in mir immer noch stark verspüre. Ich bin froh und dankbar, dass ihr hinter mir steht und mich unterstützt. Ich bin glücklich, dass ich diese Chance von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern erhalten habe und ich setze viel daran, die hohen Erwartungen an den Stapi und die Exekutive zu erfüllen.

Ich bin nicht mit blauen Augen ins Amt gestiegen, nein die blieben naturgemäss in grün-brauner Färbung und doch bin ich zu Beginn auch erschrocken oder zumindest war ich erstaunt, ob den sehr hohen Erwartungen, welche auf eine einzige Person projiziert werden. Wahrscheinlich hat dies auch mit dem Langenthaler System zu tun: Dem Stadtpräsidium als einzigem Vollamt kommt eine besondere Bedeutung zu. Manchmal tun mir meine, im politischen System gleichgestellten Gemeinderats-gspänli, fast etwas leid, da das Stadtpräsidium in der Wahrnehmung der Leute halt viele andere Ämter überstrahlt. Der oder die Stapi soll sich für alle Menschen einsetzen, vermittelnd sowie kom-munikativ und ausgleichend wirken. Und es ist ein Job und eine Berufung, welche/r mich sehr erfüllt und mir ungemein grossen Spass bereitet. Der Sprung ins Amt ist mir aus meiner Sicht gut gelungen.  Und meine für Aussensichten und Kritik eingesetzte freiwillige Feedbackgruppe (nein, keine Trump’sche Streichelgruppe) hilft mir dabei, mich weiterhin objektiv mit bereits Erreichtem oder Anzustrebenden und auch mit Unangenehmen regelmässig auseinander zu setzen. Natürlich habe ich auch für euch alle und eure Anliegen, für Kritik oder auch positive Rückmeldungen hoffentlich stets Zeit und ein offenes Ohr. Dazu müsst ihr nicht einmal an eine Sprechstunde des Stadtpräsidiums kommen. Ein Besuch in der Parteiversammlung oder im Stadtrat reicht hierfür zum Beispiel auch.

Auch wenn ich mich manchmal selbst auch fürchterlich über die Langsamkeit der Politik ärgere. Und ich noch längst nicht das Gefühl habe, wir hätten nun Grosses erreicht, freue ich mich zusammen mit dem Gemeinderat, dass erste Spuren unseres Wirkens und unserer Zielsetzungen langsam heranreifen und hoffentlich bald auch breit wahrgenommen werden.