Ironie im Abstimmungskampf

in 01.2018/Kolumnen von

Ich weiss gar nicht wieso sich alle so wegen dieser No – Billag Initiative aufregen. Das ist doch eine vorzügliche Idee! Endlich muss ich nicht mehr für die schrecklichen Kleider von Annina Frey zahlen. Und auch nicht mehr für die monotone Moderation von Nicolas Senn. So hätte ich viel mehr Lebensqualität!

Es ist Zeit für kritischen Journalismus statt weichgespülter Mainstream – Berichterstattung. Ich weiss auch schon den richtigen Mann dafür: Roger Köppel! Wenn sein geistiger Ziehvater Blocher dann erst mal ein paar Sender eingekauft hat, kommen wir sicher endlich in den Genuss von Weltwoche – TV! Wer braucht schon langwierige Recherchen, blödsinnige Fakten und langweilige Diskussionsrunden, wenn man auch populistisches Geschwafel und verdrehte Tatsachen haben kann?

Überhaupt werden Infosendungen überschätzt. Wozu braucht es schon die Tageschau? Wenn ich mich informieren will, dann gehe ich ins Internet. Das ist nämlich gratis, jawohl! Natürlich auch absolut seriös, schliesslich gibt es ja den allwissenden Internetgott, der die Inhalte auf ihre Richtigkeit überprüft. Dank dem Internet weiss ich zum Beispiel, dass Prinzessin Diana gar nicht gestorben, sondern von Ausserirdischen entführt worden ist. Und Elvis lebt!

Ihr findet das ironisch? Nein, ironisch ist es, wenn die Befürworter dieser blödsinnigen Initiative behaupten, sie seien schliesslich nur fair gegenüber den anderen, schliesslich soll niemand für ihren Fernsehkonsum zahlen müssen. Eine Initiative bewerben, die unter anderem dazu führt, dass Minderheiten wie Rätoromanen und Gehörlose grosse Nachteile haben werden – und das mit Solidarität rechtfertigen: Das ist wirklich die hohe Schule der Ironie.

Da kann sogar ich noch was lernen.