Ja zum Tram Bern – Ostermundigen ist vernünftig

in 01.2018/04.03.2018 von

Die Stimmberechtigten des Kantons Bern können am 4. März 2018 erneut über ein Tram-Projekt abstimmen. Vorgelegt wird der Kantonsbeitrag an die Projektierung und Realisierung des Trams von Bern nach Ostermundigen. Aus Sicht der SP ist ein Ja zu diesem Kredit nötig für die Weiterentwicklung des Kantons Bern.

 

2014 wurde die Vorlage „Tram Region Bern“ von den Stimmberechtigten der Stadt Bern zwar mit 61 Prozent angenommen, in den Gemeinden Ostermundigen und Köniz jedoch verworfen. Anderthalb Jahre später stimmte die Gemeinde Ostermundigen einer Tramlinie zu, worauf der Kanton die Planungsarbeiten wieder aufnahm Mit dem Projekt Tram Bern – Ostermundigen soll die Buslinie 10 zwischen Bern und Ostermundigen auf Trambetrieb umgestellt werden – einzig der Ortsteil Rüti in Ostermundigen soll im neuen Projekt ohne Tram erschlossen werden. Auf dem Ast Bern-Ostermundigen der Buslinie 10 fahren heute rund 8,4 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Das wird auf dem Netz von Bernmobil nur vom 9er-Tram übertroffen. Trotz eines Fahrplantakts von drei Minuten zu den Hauptverkehrszeiten sind die Busse heute häufig überfüllt. Fällt Schnee bleiben die Busse schnell bei der Steigung am Rosengarten stecken.

 

Der Grosse Rat hat den notwendigen Baukredit in der Höhe von 102 Millionen Franken im Juni 2017 mit 79 Ja-Stimmen, bei 40-Nein-Stimmen und 21 Enthaltungen genehmigt. Gegen diesen Beschluss hat ein Komitee das Referendum ergriffen. Daher kommt es am 4. März 2018 zu einer kantonalen Volksabstimmung. Insgesamt kostet das Projekt rund 264 Millionen Franken (inklusive Mehrwertsteuer). An den Kosten beteiligen sich der Bund, die Gemeinden Bern und Ostermundigen zusammen mit Infrastrukturwerken wie Swisscom, UPC, BKW und ewb sowie die Gesamtheit der bernischen Gemeinden.

 

Der Bau soll aus heutiger Sicht spätestens 2022 beginnen. Es wird mit einer Bauzeit von rund fünf Jahren gerechnet. Das Tram erschliesst ein stark wachsendes Gebiet. Bern und Ostermundigen gehören zum Wirtschaftsmotor des Kantons. Eine optimale Erreichbarkeit der Arbeitsplätze (z.B. im hinteren Galgenfeld) ist nur mit einer guten öV-Anbindung und einem funktionierenden Verkehrssystem nachhaltig möglich. Für die Zukunft besteht im Korridor Bern-Ostermundigen zudem ein Entwicklungspotenzial mit bis zu 4’000 Arbeitsplätzen und Wohnraum für rund 3’500 Personen. Dadurch wird eine deutliche Zunahme der Fahrgäste prognostiziert. Regionale Herausforderungen brauchen regionale Lösungen. Das Tram Bern-Ostermundigen ist beispielhaft dafür.

 

Auch Doppelgelenkbusse mit einem 2-Minuten-Takt werden in Zukunft nicht ausreichen. Damit der Verkehr auf der Strasse durch die Busse nicht noch mehr eingeschränkt wird, braucht es die Tram-Lösung. Das Tram fährt sanfter und bietet mehr Platz als ein Bus. Eltern mit Kinderwagen sowie Senior/innen und Menschen, die nicht so gut zu Fuss sind, können bequem ein- und aussteigen. Mit dem Sechsminutentakt kann das Tram die zukünftige Fahrgastzahl bewältigen und die Passagiere können sich auf einen stabilen Fahrplan verlassen. Die SP empfiehlt ein Ja zu diesem Kredit, es ist ein Ja zum öV. Ein Ja ist auch aus Sicht der ländlichen Regionen vernünftig: Die Region Bern trägt wesentlich dazu bei, dass die Regionen aus dem Finanzausgleich unterstützt werden können.